So entsteht ein Gericht – kleine Anleitung Teil 3

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Da wären wir nur beim dritten und letzten Teil unserer kleinen Serie 😛
Im letzten Abschnitt geht es nun um das Anrichten und damit fange ich jetzt auch gleich an.

Aber vorab noch schnell die restliche Gliederung, die wir heute behandeln werden. (Die ganze Gliederung, sowie den ersten Teil der Serie: „So entsteht ein Gericht“ findest du hier den zweiten Teil findest du hier)

• Jetzt nimmt es Gestalt an
◦ Wie will ich anrichten?

Zum Schluss nochmal das wichtigste in Kürze

Jetzt nimmt es Gestalt an

Wie will ich anrichten?

Nach dem ganzen theoretischen geplane soll es eigentlich langsam ans praktische kochen gehen.
Aber damit solltet ihr kurz warten, denn zu wissen, wie man anrichtet – und das schon vor dem kochen – ist sehr wichtig. Warum? Dazu eine kleine Geschichte:

Als ich damit angefangen habe mein Essen zu fotografieren habe ich mir zwar ungefähr überlegt, wie es aussehen soll, aber ich habe es mir nie genau überlegt – geschweige denn es aufgemalt.
Und dann kommt der Zeitpunkt beim Kochen, an dem alles fertig wird: Das Fleisch ist gebraten und ruht, das Püree ist warm und hat eine tolle Konsistenz und das Gemüse ist gedünstet.
So und dann kommen plötzlich die Fragen. Welcher Teller? Naja ich nehme halt man einen Teller – wird schon egal sein! Dann merke ich, dass das Püree leider zu fest ist um schön auf den Teller drapiert zu werden. Es muss also Plan B her. Ich nehme das Püree und fixiere es in einem „Dessertring“ – so hält es gut. Dann will ich das Fleisch aufschneiden und weiß nicht genau wie. Soll ich es mehrmals durchschneiden? Oder nur einmal? Welchen Anschneidewinkel soll ich nehmen? Gut ich entscheide mich für mehrmals mit einem steilen Winkel. Ich setzte es aus das Püree und merke – Mist – es fällt vom Püree runter! Ich habe nicht genug Fleisch um es nochmal anders zu schneiden, also muss ich weiter machen – langsam wird alles kalt!
Ich merke, wie mich eine akute Unlust beschleicht, aber ich habe nicht so lange gekocht um jetzt kein Foto zu bekommen – also weiter!
Ich richte das Gemüse um den kleinen Turm an. Aber die Stücke sind zu groß! Ich hätte sie kleiner schneiden sollen! Jetzt kann ich es aber nicht mehr ändern.
Jetzt fällt mich auch noch auf, dass ich gerne noch ein bisschen Farbe in Form von Kräutern oder Gewürzen hätte. Aber welche? Ähh – mal sehen, was ich noch da habe!
Okay nehme ich halt schnell ein bisschen Schnittlauch, passt zwar nicht zum Gericht, aber wenigstens ist etwas Grün auf dem Teller.

Ich könnte ewig so weiter machen. Aber ich denken es ist für jeden verständliche, was ich damit sagen will.
Das Anrichten muss schnell gehen. Zum ersten will man ja das Gericht ja noch warm essen und zum zweiten verändern die Zutaten bei längerem stehen oder erkalten Ihre Beschaffenheit und Farbe und das meist zum Negativen.
Es ist also sehr wichtig sich genau zu überlegen, WIE das Gericht nachher auf dem Teller aussehen soll. Beim Anrichten läuft oft (auch bei super Planung) noch etwas schief. Das lässt sich aber schneller beheben, wenn ansonsten das Grundgerüst steht.

Aber wie soll man das jetzt genau machen?
Ich würde damit anfangen und überlegen, welchen Teller man nehmen möchte. Soll es ein Tiefer Teller sein? Soll der Teller eine bestimmte Farbe habe, oder schlicht weiß? Soll der Teller rund, oval oder eckig sein?
Wenn ihr dann einen Teller gefunden habt, überlegt euch, welche Zutaten ihr habt und wie sie auf dem Teller verteilt sein sollen.
Hier solltet ihr auch darauf achten, wie viel von den einzelnen Komponenten auf dem Teller sein soll. Denn es geht hier nicht nur ums Auge, sondern auch um den Geschmack!
So und jetzt müsst ihr – ob ihr wollt oder nicht – wohl einmal zu Papier und Stift greifen und ein bisschen malen.
Das muss nicht super toll aussehen, aber ihr solltet erkennen, ob eure Vorstellung auch umsetzbar ist.

Ich habe hier mal meine Skizze fotografiert, damit ihr seht, wie sowas aussehen KANN – natürlich nicht muss!
Es tut mir leid, dass sie so aussieht, aber sie war eigentlich nur für mich gedacht. Dachte aber es ist bestimmt nicht schlecht zu sehen, wie es in Wirklichkeit aussieht – muss also echt nichts tolles sein.

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Und dann der, für mich wichtigste Tipp zum Thema „Anrichten“: Schaut euch sooo viele verschiedene angerichtete Teller an, wie ihr könnt! Am besten im Internet, aber auch im Restaurant, im Fernsehen oder vielleicht auch bei Freunden. Nur so hat man genug Input um immer wieder neues anzuprobieren.

Trotzdem darf man dabei nie vergessen (und das muss ich mir auch zu Herzen nehmen) es kann auch bei der besten Vorbereitung und Planung etwas gründlich danebengehen. Andersherum kann es aber auch passieren, dass einfach so ein perfektes Gericht entsteht.

Zum Schluss nochmal das wichtigste in Kürze

Welcher Gang soll es werden?
◦ Vorspeise / Hauptgang / Nachspeise / Amüsgöl / Leichte Speise /
Sommerliches  Gericht / Winterliches Gericht etc.

Für wen koche ich?
◦ Veganer / Vegetarier / Mann / Frau / Kind / Senior etc.

Wie viel Zeit habe ich?
◦ Zeit einplanen für Vorbereitung / Garzeiten von Fleisch oder Eintöpfen etc.
◦ Zeit zwischen den Gängen bzw. beim Anrichten

Was ist die „Hauptperson“ meines Gerichtes?
◦ Lebensmittel bestimmen, das im Mittelpunkt steht – um das, das ganze Gericht
aufgebaut wird

Welche Lebensmittel passen zu meiner „Hauptperson“?
◦ Liste mit Lebensmitteln erstellen, die zur „Hauptperson“ passen – Food Pairing
◦ Wichtig: Alle Lebensmittel im Gericht sollten irgendwie stimmig sein.
◦ Auf Regionalität und Saisonalität achten.
               
Auf welche Weisen kann ich meine Lebensmittel Garen?
◦ Pürieren / Braten / Schmoren / Sous Vide garen / Grillen / Backen / Frieren / Gelieren etc.

Was brauche ich für Geräte und Eigenschaften dazu?
◦ Eigene Fähigkeiten: Kann ICH das umsetzen?
◦ Küchenwerkzeug: Habe ich alles in meiner Küche, oder muss ich noch etwas dazu kaufen?

Wie will ich anrichten?
◦ Tellerart bestimmen / Portionsgröße / Ausgewogenheit der einzelnen Komponenten
◦ Skizze vom Aufbau des Gerichtes auf dem Teller

Sooooo, das war es jetzt fürs Erste! Ich hoffe die Reihe hat euch gefallen und ihr könnt ein paar Tipps umsetzten. Mich würde natürlich interessieren, wie eure Eigenkreationen aussehen und wie ihr sie umsetzt!
Lasst mich doch etwas teilhaben und schickt mir ein paar Fotos von euren Gerichten! Würde mich sehr freuen. ❤

Bevor ich euch jetzt kochen lasse will ich noch kurz sagen, wie es hier die nächsten Wochen so weiter geht.
Es werden jetzt wieder Rezepte kommen, aber es kann sein, dass ich es Ende Jänner nicht schaffe so viele zu veröffentlichen, weil (wie ich ja schon einmal geschrieben habe) ziehen wir um und davon kann wahrscheinlich jeder ein Lied singen – da habt man erst mal keine Zeit zum Kochen.
Sobald ich dann eingerichtet bin gibt es dann auch Bilder von meiner neuen Küche und hoffentlich viele neue Rezepte!

Liebe Grüße euer : Bildunterschrift

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So entsteht ein Gericht – kleine Anleitung Teil 2

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Sodala (um nicht immer „So“ zu schreiben) hier bin ich mit dem zweiten Teil meiner „So entsteht ein Gericht“- Reihe.
Ich will auch gar nicht lange herumreden und gleich wieder da anfangen, wo ich stehengeblieben bin.
Hier noch einmal den Teil der Gliederung um den es heute geht: (Die ganze Gliederung findest du in Teil 1 dieser Reihe)

• Elementare Fragen
◦ Was ist die „Hauptperson“ meines Gerichtes?
◦ Welche Lebensmittel passen zu meiner „Hauptperson“?
◦ Auf welche Weisen kann ich meine Lebensmittel Garen?
◦ Was brauche ich für Geräte und Eigenschaften dazu?

Elementare Fragen

Was ist die „Hauptperson“ meines Gerichtes?

Nachdem wir auf die anfänglichen Fragen Antworten gefunden haben geht es nun mehr ins Detail.
Was soll denn nun eigentlich in die Töpfe und anschließen auf den Teller?
Und da fängt es nun an etwas schwerer zu werden! Aber genau da habe ich DIE Lösung.
Es ist sehr viel einfacher, wenn man in dem Gericht ein „Hauptperson“ festlegt um die man dann das ganze Gericht plant.
Das muss nicht das Fleisch, der Fisch, dass teuerste oder ausgefallenste Produkt sein. Es sollte einfach das sein, was ihr im Mittelpunkt sehen haben wollt.

Nun um das leichter zu erklären wenden wir uns wieder zu meinem Beispielgericht: „Erbse, Pastinake, Speck, Schinken, Brunnenkresse“.
Meine Hauptperson war die Erbse! Ich wollte, dass der Geschmack der Erbse, der intensivste ist. Daher habe ich mein Gericht um die Erbse aufgebaut.

Wenn man also weiß, welches Lebensmittel im Mittelpunkt des Gerichtes steht ist es viel leichter sich die nächsten Schritte zu überlegen und ein stimmiges Gericht zu kreieren.

Welche Lebensmittel passen zu meiner „Hauptperson“?

Wir wissen nun also was unsere „Hauptperson“ ist. Jetzt ist es wichtig zu wissen, was wir mit ihr kombinieren können.
Dazu habe ich schon einen kurzen Beitrag geschrieben, den ihr hier lesen könnt.
Wichtig ist, dass die Lebensmittel, die ihr mit eure Hauptperson kombiniert zusammen passen, aber auch, dass die kombinierten Lebensmittel zusammen passen, damit das Gericht in sich stimmig ist.

Gehen wir wieder schnell zu unserem Beispiel, damit das nicht alles so theoretisch und kompliziert kling.

Da in meinem Gericht die Erbse die Hauptperson ist, sollten natürlich die restlichen Lebensmittel die Erbse unterstreichen und den Geschmack intensivieren und unterstreichen, aber nicht übertünchen.
Dazu habe ich mir erst eine Liste mit Lebensmittel gemacht, die gut mit der Erbse harmonieren.

Zum Beispiel:
Erbse – Dill
Erbse – Ei
Erbse – Huhn
Erbse – Minze
Erbse – Pastinake
Erbse – Schinken
Erbse  – Schwein
Erbse – Rosmarin
Erbse – Speck
Erbse – Zwiebel

Dann habe ich mir überlegt, welchen Geschmack ich haben möchte. Soll es eher in ein sommerlich frisches Gericht werden, dann wäre die Minze perfekt. Oder soll es eher eine Hauptspeise mit einem tollen Stück Fleisch werden, dann wäre das Schweinefleisch perfekt.
Mir war aber wichtig, dass es ein leichtes Essen ist, was nicht von einem perfekten Stück Fleisch dominiert wird.

Was mir auch wichtig war ist die Regionalität und die Saisonalität.
Unter Regionalität versteht man, dass die Produkte, die man bezieht aus der Region kommen. Da wir hier in Tirol sind gibt es hier ganz tollen Speck und sehr, sehr guten Schinken. Die Pastinake ist sowohl Regional als auch Saisonal.
Saisonal sind Lebensmittel, die gerade Saison haben. Das heißt zurzeit gibt es sehr viel Wintergemüse wie Kohl oder eben Wurzeln. Die Pastinake, die ich verwendet habe stammt von einem österreichischen Bio – Bauernhof.
Es ist sehr wichtig genau über diese zwei Dinge nachzudenken. Nicht nur, dass die Lebensmittel, die zurzeit Saison haben besser schmecken, weil die nicht in irgendwelchen Gewächshäusern wachen müssen, sondern auch, weil sie viel ökologischer und besser für die heimische Wirtschaft sind. Über dieses Thema kann man stundenlang schreiben – ich will es dabei belassen, werde es aber bestimmt in einem der nächsten Beiträge noch einmal aufgreifen.

Ich entschied mich für die Pastinake – Erklärung hatten wir gerade. Außerdem ist die Pastinake sehr gesund und eine super Untermalung der Erbse – nicht zu dominant im Geschmack, aber doch leicht süß, was eine tolle Kombination zu dem eher grasigen Geschmack der Erbse ergibt.

Für den Speck entschied ich mich, weil ich eine salzige Note brauchte und für den Schinken entschied ich mich, weil ich den Geschmack von Schinken und Erbse einfach toll finde und es dadurch nicht ganz so Fleischlos für mich ist.

Ich hoffe es ist rübergekommen, was ich sagen will. Es ist also gar nicht so schwer passende Zutaten für ein Rezept zu finden, wenn man sich im Vorfeld überlegt, was meine „Hauptperson“ ist und sich dann zu überlegen, was dazu alles passt.

Auf welche Weisen kann ich meine Lebensmittel Garen?

Zu wissen, was auf den Teller kommt ist schon mal ein großer Schritt, aber eben noch nicht alles.
Die Frage, die sich nun stellt, ist, WIE ich meine Lebensmittel verarbeite.
Stellen wir uns dafür ein Gericht vor, was nur aus Tomate besteht. Langweilig? Nein! Wieso?
Ganz einfach! Die Tomate kann man auf unterschiedlichste Art und Weise zubereiten. Zum Beispiel als Salat, gedünstet, als Suppe, gebraten, roh, getrocknet, als Pulver etc. Es gibt noch weit mehr Arten die Tomate zuzubereiten und genau das sollten wir uns auch überlegen.
Nicht nur, weil es toll ist zu sehen auf welche Art und Weise man die Lebensmittel zubereiten kann, sondern auch, um das Gericht für den Mund spannen zu gestalten.
Wenn man beispielsweise ein Gericht vor sich hat, dass nur aus weichen Komponenten besteht ist das sehr langweilig und macht auch wenig spaße beim Essen.

Man sollte sich also wieder eine Liste machen (jaaa ich liebe Listen!). Dort vermerkt man dann, wie ich meine Zutaten verarbeiten kann.
Kann ist die pürieren? Kann ich sie trocknen? Kann ich sie im Ofen garen? Kann ich den Geschmack durch unterschiedlich großes und kleines Schneiden verändern? Kann es sie roh essen etc?

Wenn man sich darüber im Klaren ist, wie man die Lebensmittel zubereiten kann muss man sich nun entscheiden.

Dazu neben mir wieder mein Gericht als Beispiel:
Ich wollte gerne, dass die Erbse auf zwei Arten im Gericht vorkommt. Einmal als Püree und einmal nur kurz blanchiert.
Die Pastinake (und das muss ich hier leider zugeben) ist nicht so geworden, wie ich es haben wollte. Ich wollte, dass die Pastinake in der Pfanne kurz angebraten wird, damit sie nicht so „matschig“ ist und zusätzlich ein paar Röstaromen mitbringt. Leider habe ich sie zu lange gekocht und beim braten ist sie nicht richtig braun geworden. Daher leider keine Röstaromen und leider auch nicht mehr so viel Bis!
Den Speck wollte ich bewusst nicht „zeigen“. Ich entschied mich also für einen Speckschaum. Zum einen ist das Erbsenpüree und die Pastinake doch sehr trocken (trocken ist vielleicht nicht  ganz das richtige Wort, aber vielleicht wisst ihr, was ich meine) und braucht etwas wie eine Sauce.
Der Schinken verlieh dem ganzen durch seinen kühlen, rauchigen Geschmack noch eine ganz besondere Note.
Die Brunnenkresse rundetet das alles ab und verlieh hier und da etwas schärfe.

Sobald man sich also darüber Gedanken gemacht hat findet man bestimmt auch sehr viel Spaß mit unterschiedlichen Texturen zu arbeiten.

Was brauche ich für Geräte und Eigenschaften dazu?

Eigentlich steht das Gericht schon und man muss es jetzt nur noch umsetzten, aaaber halt!
Man kann sich in seiner Fantasie natürlich vieles ausmalen, was nachher nicht immer funktionieren muss. Wenn man also so viel Liebe und Zeit in ein Gericht setzte, sollte am Ende auch etwas Tolles zustande kommen.
Das geht aber nur, wenn man sich im Vorfeld über seine Eigenschaften bewusst ist.
Die Frage, die man sich stellen sollte ist: Kann ICH das umsetzten?
Jemand, der selten kocht, der sollte klein anfangen. Nicht so viele unterschiedliche Komponenten auf einem Teller, auch nicht so vieles, was man vielleicht noch nie so gekocht hat.
Jemand, der Tag täglich viel und gerne kocht, der kann sich an neues trauen, trotzdem sollte man sich immer bewusst machen, dass es einmal nichts werden kann.

Ein zweiter Punkt ist die Frage nach den Geräten. Da geht es nicht primär um euer Können, sondern eher um eure Ausstattung.
Wenn ich in meinem Gericht ein Fleisch Sous Vide garen möchte, aber gar nicht im Haus habe um das umzusetzen ist das Gericht zum Scheiter verurteilt.
Natürlich wird das allen klar sein, aber man sollte sich trotzdem Fragen, ob der Ofen wirklich das leisten kann, was ich von ihm möchte, ob ich vielleicht Spritzbeutel zum ausgarnieren brauche, die ich gar nicht habe etc.

Wenn ihr das alles erledigt habt, dann könnt ihr schon FAST anfangen! Warum nur FAST? Weil es ungemein wichtig ist im Vorfeld zu wissen, wie man das Gericht anrichtet. Denn ein tolles Essen sollte auch genauso aussehen!
Dazu werde ich euch das nächste Mal ein paar Tipps geben!
Ich hoffe euch hat mein Beitrag gefallen und er hat euch ein bisschen geholfen und vor allem euch dazu animiert auch loszulegen!

Bis ganz Bald euer : Bildunterschrift

So entsteht ein Gericht – kleine Anleitung Teil 1

Pünktlich zum neuen Jahr gibt es hier für mich eine Premiere! Mein erstes eigens entwickeltes Gericht.
Rezepte habe ich mir schon viele selbst überlegt. Aber für mich ist ein Gericht kein Rezept, sondern ein Zusammenspiel aus vielen Rezepten, die am Ende dann ein Gericht ergeben. Und bestenfalls ist dieses Gericht dann eine Symphonie für den Gaumen!

Aber wie lasse ich so ein Gericht entstehen? Gibt es da eine allgemeine Formel, die ich anwenden kann?
Ich möchte hier auf meinem Blog in den nächsten Einträgen mehr auf dieses Thema eingehen. Darauf, wie man beim Planen eines Gerichtes anfängt. Darauf, wie man herausfindet, was zusammenpasst – und was nicht. Und darauf, wie man mit Texturen spielen kann etc.
Dazu werden ich diesem – und natürlich auch den nächsten Beiträgen – einer Gliederung unterziehen, damit das alles nicht so im Raum herumfliegt und man den roten Faden sucht – den musste man zu Schulzeiten auch schon immer genau einhalten. Da lernen wir, dass doch nicht alles aus der Schulzeit blöd war 😀

Hier nun die Gliederung für die nächsten Beiträge:

Einleitung zum Thema: Wie entwickel ich mein eigenes Gericht?

Hauptteil:
• Aller Anfang ist schwer
◦ Welcher Gang soll es werden?
◦ Für wen koche ich?
◦ Wie viel Zeit habe ich?

• Elementare Fragen
◦ Was ist die „Hauptperson“ meines Gerichtes?
◦ Welche Lebensmittel passen zu meiner „Hauptperson“?
◦ Auf welche Weisen kann ich meine Lebensmittel Garen – Stichwort Texturen?
◦ Was brauche ich für Geräte und Eigenschaften dazu?

• Jetzt nimmt es Gestalt an
◦ Wie will ich anrichten?

Zum Schluss nochmal das wichtigste in Kürze.

Einleitung zum Thema: Wie entwickel ich mein eigenes Gericht?

Draußen ist es dunkel, das Licht innen ist warm und leicht gedimmt – gerade so, dass man noch alles sehen kann und das Licht für einen arbeitet und nicht gegen Einen.
Du sitzt an einem schönen Tisch, der mit einer blütenweißen Tischdecke bedeckt ist. Die Gläser glitzern im Licht, das Besteck liegt poliert auf dem Tisch, die Serviette ist zu einem kleinen Kunstwerk gefaltet und eine kleine Kerze flackert am Tisch fröhlich vor sich hin.
Du blickst langsam auf und vor dir sitzt dein Partner. Extra schick angezogen für dich und den Abend. Ihr schaut euch tief in die Augen und genießt die Zeit. Gerade gibt es keinen Stress, ihr habt Zeit, Zeit für euch, Zeit euch mal wieder zu unterhalten, Zeit zu zweit.
Und dann kommt es. Das Essen! Der Kellner bringt zwei wundervoll gestaltete Teller, die eher einem Kunstwerk ähneln.
Andächtig schaut ihr auf das Kunstwerk vor euch und fang an es zu genießen.

Genau dieser Moment ist es, den ich am Essen so liebe! Natürlich ist das leider die Ausnahme, aber dieser Moment ist es, der mich jeden Tag aufs neue wieder antreibt selber immer besser und besser kochen zu können, denn ich will selber daheim auch Essen, wie in einem tollen Lokal. Ich will mich auch so über mein Gericht freuen, wie in einem tollen Restaurant.
Für mich ist Essen nicht nur „satt werden“, sondern die Freude am kochen und die Freude an Lebensmitteln und vor allem auch eine Zeit am Tag, an der ich Zeit für mich – und wenn Mr. Bee mal nicht arbeitet – und Zeit für uns habe. Man kann sich über den ganzen Tag unterhalten und die Zeit genießen.

Um so ein Kunstwert daheim selber zu erschaffen braucht man etwas Übung, etwas Zeit und vor allem einen Leitfaden. Dann ist auch das kein Hexenwerk!

Bevor ich jetzt hier anfange und euch meinen Leitfaden präsentiere, muss ich natürlich noch sagen, dass ich keine Köchin bin, ich auch nie einen Kochkurs gemacht habe und alles, was ich euch hier erzähle auf meinen Erfahrungen und meinem Wissen beruht.

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Aller Anfang ist Schwer

Welcher Gang soll es werden?

Bevor ich auf die hier gestellte Frage eingehe, möchte ich – der Einfachheit halber – die jetzt folgenden Fragen anhand eines Beispiels präzisieren. Als Beispiel dient mein Premiere – Gericht: „Erbse, Pastinake, Speck, Schinken, Brunnenkresse“.

Ganz am Anfang steht natürlich einmal die Frage, welchen Gang will ich denn überhaupt Kochen?
Soll mein Gericht in ein Menü eingebettet werden, oder steht es als Hauptgang oder vielleicht kleines Mittagsessen ganz für sich?
Wieso ist das wichtig?
Ganz einfach!
Die Frage nach dem Gang ist erst mal eine ganz profane. Soll es denn süß oder salzig werden? Im Anschluss stellt sich dann gleich die Frage: Wie groß soll die Portion sein?

Es ist natürlich wichtig zu wissen, wie groß die Portion sein soll – nicht nur um es bei einem Menü auch dem richtigen Gang zuzuordnen – sondern, weil sich danach auch wie Zutaten etwas verändern.
Eine Vorspeise, die zum größten Teil aus Fleisch und einer deftigen Beilage besteht, ist als Vorspeise nur bedingt geeignet. Ebenso ist ein Salat mit etwas Speckstreifen ein eher ungeeigneter Hauptgang.
Ich will damit sagen, dass es nicht nur wichtig ist zu wissen, wie VIEL auf den Teller kommt, sondern auch WAS und dazu ist es wichtig zu wissen, welcher Gang das Gericht in dem Menü dastellen soll, oder ob das Gericht komplett für sich alleine steht.
Sollte das Gericht für sich alleine stehen, ist auch wieder wichtig zu wissen, wann gegessen wird und wie viel Hunger die Esser haben.

In meinem Fall habe ich mich für eine Vorspeise entschieden. Diese Vorspeise sollte nicht in ein Menü eingebettet sein. Ich musste also nicht darauf achten, dass ein „roter Faden“ durch das Gericht geht, den man dann im Menü wiederfinden sollte.
Mir war wichtig, dass man – trotz dem, dass es nur eine Vorspeise ist – satt wird. So kann das Gericht auch ohne weiteren Hauptgang auskommen und als kleines Mittagessen genutzt werden.

Für wen koche ich?

Der Ein oder Andere wird sich fragen, warum es wichtig ist zu wissen, für wen ich koche?! Aber das ist eine sehr wichtige Frage. Es geht hier nicht darum jedem eine Extrawurst zu kochen, sondern sich zu fragen, was braucht und will derjenige, den ich bekoche. Man muss sich also die Fragen stellen: Koche ich für einen Mann, oder eine Frau? Koche ich für einen Sportler oder einen Mensch, der beruflich viel Zeit im Sitzen verbringt. Koche ich für einen Vegetarier, Veganer oder Fleischesser? Koche ich vielleicht für einen Allergiker, oder für jemand, der eine Unverträglichkeit hat?
Die Frage, die sich auch stellt ist, was braucht der Körper der Person, die von mir bekocht wird?

Manch Einer denkt jetzt, dass das ein bisschen zu übertrieben. Das kann stimmen, aber ich finde es sehr wichtig.
Die Frage nach dem „für WEN koche ich?“ ist wichtig, weil ich weiß, wie viel und vor allem was, auf den Teller muss.

Ich koche ganz anders, wenn ich weiß, dass mein Gast/Mann/Freund(in) etc. sehr viel körperlicher Arbeit nachgeht und daher großen Hunger hat.
Da muss nicht nur die Portionsgröße angepasst werden, sondern auch die Zutaten.
Ganz anders ist es aber, wenn mein Gast viel am PC sitzt, wenig Zeit hat sich körperlich zu verausgaben. Derjenige hat auch Hunger, aber ganz anders.
Auch hier ist die richtige Wahl der Lebensmittel wichtig.

Ihr seht also, dass die Frage wichtig ist – grade auch, wenn es um das Thema Allergien und Unverträglichkeiten geht.
Dieses Thema habe ich hier nur kurz angeschnitten. Man könnte sehr viel dazu schreiben, aber ich denke es ist einfach wichtig kurz darüber nachzudenken und sich diese Thematik etwas bewusster zu machen.

Bei meinem Gericht, war mir wichtig ein Essen zu kochen, was leicht ist und man auch gut essen, kann, wenn man sich eben nicht grade viel bewegt.
Das hat folgenden Hintergrund. Mr. Bee und ich sind beide über die Feiertage krank geworden und hatten daher wenig Zeit uns viel zu bewegen. Stattdessen haben wir – wie wahrscheinlich jeder um die Weihnachtsfeiertage – viel Fleisch und Fettlastig gegessen.
Dem wollte ich mit dem Gericht entgegen wirken.
Die Menge sollte gerade so viel sein, dass man nicht mehr hungrig ist, aber auch nicht so viel, dass man wieder mit einem vollgestopften Bauch auf der Couch herumliegt.
Wichtig waren mir aber auch Vitamine und daher eine schonende Art die Lebensmittel zu garen, damit so viele wie möglich überleben.

Wie viel Zeit habe ich?

Dazu muss ich wohl nicht viel sagen. Ich denke darüber macht sich jeder Gedanken.
Ich wollte es hier nur erwähnen, weil es doch wichtig ist.
Es geht nämlich nicht nur um die reine Arbeitszeit, sondern auch um die Frage des Servierens.
Ein Beispiel: Ich habe 10 Leute um 20 Uhr zum Essen eingeladen. Ich habe den ganzen Tag frei und habe mir ein 3 Gänge Menü überlegt. Die 3 Gänge lassen sich super in der Zeit zubereiten.
Doch dann kommen meine Gäste. Man setzt sich nett zusammen redet etwas und muss dann in die Küche. Jetzt ist die Frage?! Will ich das Essen schon vorbereitet und griffbereit haben? Oder will ich die Gänge, Gang für Gang abarbeiten und immer wieder dazwischen kochen?
Alles hat seine Vor- und Nachteile.
Wenn ich viel Wert darauf lege mit meinen Freunden Zeit zu verbringen und ich alles schon vorbereitet haben möchte, dann schränkt mich das in der Rezeptsuche sehr ein. Dafür habe ich keinen Zeitdruck mehr während den Gängen und sehr viel Zeit für meine Freunde/Gäste.
Lege ich hingegen viel Wert auf frische und grenzenlose Rezeptvielfalt muss ich in den sauren Apfel beißen und zwischen jedem Gang in die Küche zum kochen. Aber auch hier spielt dann das Thema Zeit eine wichtige Rolle.
Die Zeit zwischen den Gängen sollte nicht so lange sein, dass meine Freunde um 00:00 Uhr noch immer keine Nachspeise haben.

Ihr seht also, dass das Thema Zeit beim kochen sehr wichtig ist, vor allem auch um ein gutes Produkt auf den Teller zu zaubern.
Ihr solltet also ausreichend davon haben um alles vorzubereiten und auch um dem Lebensmittel die Zeit zu geben, die es braucht um Perfekt zu werden.

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So der Anfang meiner kleinen Reihe wäre gemacht. Das nächste Mal geht es dann ans Eingemachte. Und da wird dann auch das Rezept hinter diesem Gericht gelüftet.
Ich hoffe euch gefällt das Thema und ihr habt so viel Freude beim Lesen, wie ich beim schreiben.

Schupfnudeln oder die Deutsche und das Kraut

Schupfnudeln mit Sauerkraut 1

Das Kochbienchen war / ist krank. Das Kochbienchen ist eigentlich nie krank. Schon zu Schulzeiten wollte Sie lieber krank im Bett liegen als, müde und gesund im Unterricht sitzen.
Doch leider war Sie zu gesund!
Die letzten Tage war ich mal wirklich krank und es gefällt mir gar nicht. Das Schöne ist natürlich, dass man nicht arbeiten muss, aber die Freizeit genießen kann man trotzdem nicht. Alles tut einem weh, man kann nicht schlafen und man langweilt sich!
Dieser Zustand gefällt mir doch nicht so sehr. Vor allem, weil ich jetzt die Schulbank ja nicht mehr drücken muss und mir meine Arbeit einteilen kann wie ich will!
Deshalb muss jetzt etwas Gesundes auf den Tisch. Und was passt da besser als Sauerkraut?

Doch Sauerkraut ist nicht jedermanns Sache. Es hat einen sehr eigenwilligen Geruch und naja … aussehen tut es auch eher wie … naja … Kohl, der die Farbe verloren hat!
Doch Sauerkraut gibt es schon ein Zeitl. Im 18. Jahrhundert wurde es in der Seefahrt als ganzjähriger Proviant eingesetzt. Es war voller Vitamine (vor allem Vitamin C) und verhindert deshalb auch Skorbut (Vitaminmangelkrankheit). Außerdem ist es voller Milchsäure, Vitamin A, B und C, Mineralstoffen und was die Frauen freuen wird auch sehr kalorienarm – nur 19 kcal. pro 100 g.
Doch wie wird das Kraut eigentlich zum Sauerkraut? Bei mir kommt das Kraut, wie wahrscheinlich bei fast jedem aus der Büchse. Die Zubereitung ist nämlich ziemlich aufwändig und dauert mehrere Wochen.
Der Weißkohl wird gehobelt und dann zerstoßen, damit der Zellsaft austreten kann. Dann wird Salz eingemischt, das Salz konserviert und entzieht während des Gärungsprozesses dem Kohl das Wasser.
Die Gärung kann 4 bis 6 Wochen dauern. Während dieser Zeit ist es wichtig, dass keine Luft zwischen dem Kohl eingeschlossen wird, sonst fängt er an zu schimmeln. Um das zu verhindern wird das Sauerkraut kräftig gestampft und mit einem Gewicht fest gepresst.
Doch warum ist Sauerkraut DAS Gericht er Deutschen? Gut, ab und zu gab es bei uns auch Sauerkraut – aber nur weil mein Wahlvater am liebsten „Würschtl mit Kraut“ ist. Schon im zweiten Weltkrieg nannten die amerikanischen und englischen Soldaten uns Deutsche „Krauts“. Lustig, obwohl es gar nicht in Deutschland erfunden wurde. Die Chinesen haben schon viele Jahrtausende früher erkannt, dass Kohl Milchsäure beim Gären produziert. Der römische Kaiser Tiberius versorgte seine Soldaten mit Sauerkraut während seiner Feldzüge. Genau weiß man nicht, wie sich das Sauerkraut in Europa verbreitete, vielleicht waren es ja die Römer auf ihren Streifzügen 😛

Bei mir gab es zu dem gesunden Kraut selbst gemachte Schupfnudeln. Das Rezept stammt aus einem meiner Lieblingskochbücher „Österreichische Küche – Reloaded“. Der Geschmack war toll, nur habe ich sie etwas zu groß und zu dick gemacht, ich denke sie schmecken feiner, wenn sie zierlicher sind. (ist dann halt mehr Arbeit 😛 )
Wenn es schnell gehen soll kann man auch schon fertige Schupfnudeln kaufen.

Nach diesen ganzen Fakten gibt´s jetzt was zum Futtern – zumindest das Rezept !

Schupfnudeln mit Sauerkraut 2

Rezept für Schupfnudeln

Zutaten für 4 Personen

Für die Schupfnudeln
• 600 g Erdäpfel (Kartoffeln) mehlig
• 60 g flüssige Butter
• 1 Ei
• 1 Eigelb
• 80 g glattes Mehl
• 80 g griffiges Mehl
• 30 g Weizengrieß
• Salz /Pfeffer

Für das Sauerkraut
• ca. 500 g eine Büchse Sauerkraut (z.B.: Hengestenberg – Mildessa)
• 1 Scheibe Beinschinken – gewürfelt

Zubereitung

1 Zuerst mit den Schupfnudeln anfangen, dazu die Erdäpfel in der Schale kochen (entweder 15 Min im Schnellkochtopf) oder in Kochendem Wasser.
2 Den Ofen auf 120 °C vorheizen und die gekochten UNgeschälten Kartoffeln 20 Minuten ausdampfen lassen.
3 Jetzt die Kartoffel ähh Erdäpfel 😛 schälen, durch eine Kartoffelpresse pressen, mit den restlichen Zutaten vermengen und würzen. Den Teig 30 Minuten ruhen lassen.
4 Jetzt das Sauerkraut weich kochen. Entweder 10 Minuten im Schnellkochtopf oder 20 in einem normalen Topf.
5 Den Erdäpfelteig zu kleinen Schupfnudeln drehen und 10 Minuten in Kochendem Salzwasser gar kochen.
6 In der Zwischenzeit den Speck auslassen und die fertigen Schupfnudeln mit dem Speck rundherum knusprig braten. Jetzt nur noch das Sauerkraut dazu und alles gut vermischen! Fertig!

 

Rinderrouladen

Rinderroulade 1

Wikipedia sagt: Rinderrouladen ist ein Sonntagsessen. Bei uns war es ein Mittwochsessen, dafür gab es nur Nudeln dazu und kein Kartoffelpüree. Zu meiner Verteidigung – wie kann es anders sein – es musste mal wieder schnell gehen, wir waren noch fürs Kino verabredet.
Damit es nicht ganz so doof ausschaut hab ich bunte Nudeln genommen, passt als „schnell Lösung“ auch ganz gut dazu.
Meine Rinderrouladen waren eher Involtini (übersetzt Rolle, aber kleine Rollen). Ich hatte leider nur Rinderschnitzel, die habe ich platt geklopft und gefüllt. Süß waren sie schon 😛
Das Rezept – wie kann es anders sein – stammt von meiner Mutter und diesmal ist es auch genauuuu so geworden, wie ich es kenne.
Die Füllung besteht bei uns aus Paprika, Zwiebel, Petersilie, Essiggurken und Speck. Das alles wird kleinegewürfelt und die Rouladen damit gefüllt. Ich halte nicht so viel davon, wenn die Zutaten für die Füllung in Streifen oder sogar im Ganzen in die Roulade kommt, da verbindet sich der Geschmack nicht so gut!
Was noch anders ist, ist wieder der Schnellkochtopf. (Mir fällt auf, dass ich den sehr oft benutze.) Damit sind die Rouladen in 20 Minuten ganz zart und man muss eigentlich nichts mehr machen!
Hier also zum Rezept:

Rinderroulade 2

Rezept für Rinderrouladen

Zutaten für 2 Personen (Mr. Bee hat ganz schön viel gegessen)

• 6 Rinderschnitzel oder Rinderrouladen
• 2 – 3 Essiggurken (gewürfelt)
• 1 rote Paprika (gewürfelt)
• 1 Zwiebel (gewürfelt)
• 1 Scheibe Bauchspeck (gewürfelt)
• Petersilie (gehackt)
• 1 Becher (125 ml) saure Sahne
• Senf
• 1 – 2 EL Tomatenmark
• Mehl
• Paprikapulver
• Salz / Pfeffer

Zubereitung

1 Die Rinderschnitzel bzw. Rinderrouladen auf beiden Seiten mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen.
2 Dann die Rouladen mit Essiggurken, roter Paprika, Zwiebel, Speck und Petersilie füllen und rollen. Mit einem kleinen Fleischspieß schließen.
3 Die Rouladen mehlieren und im Schnellkochtopf von beiden Seiten scharf anbraten. (Sollte noch Füllung übrig sein – einfach mitbraten)
4 Das Tomatenmark dazu und mit Wasser aufgießen. Nicht zu viel sonst wird die Sauce wässrig.
5 Zum Schluss noch die saure Sahne dazu und verrühren. Den Deckel schließen und 20 Minuten mit 3 Ringen kochen lassen.
6 Wenn die Rouladen fertig sind, die Sauce nochmal abschmecken und bei Bedarf mit Gustin verdicken. Fertig!

Flammekuchen, Flammkuchen, Tarte flambée, Flammkuche, Flammwaie

Flammkuchen 1
Viele Begriffe, eine Gericht: Der Flammkuchen!
Als ich vor ein paar Wochen im Elsass war kam ich natürlich nicht drum herum mir einen Flammkuchen zu genehmigen. Ich hatte eine sehr feste Vorstellung, wie dieser zu schmecken hat, man kann ihn hier ja oft genug essen und ich hab ihn auch schon oft genug daheim selber gemacht.
Nur dann saß ich da und er schmeckte irgendwie gar nicht nach dem, was ich mir so als Flammkuchen vorgestellt habe.

Flammkuchen essen

Ich dachte er ist irgendwie aromatischer. Ich hatte den ganz typischen mit Speck und Zwiebeln, aber irgendwie was er sehr … naja … neutral im Geschmack. Aber so wird er wohl gemacht. Ich habe dann man ganz viel gelesen, wie ein Flammkuchen wirklich geht. Und das hat eben nicht mit dem übereingestimmt, mit dem was ich darunter verstehe.
Ich hatte immer eine Crème Fraîche Masse mit Schnittlauch und etwas Knoblauch, viel Zwiebeln und Speck vor Augen.
Der Elsässer Flammkuchen bzw. die Tarte Flambée besteht aus einer Sahne Mischung, mit Zwiebeln. Die Zwiebeln werden vorher in einer Pfanne gebraten und dann mit Sahne aufgegossen. Das kommt dann auf den sehr dünnen Flammkuchen Teig und wird mit Speck belegt.
Wenn ich jetzt so an den Urlaub zurückdenke, war es eigentlich doch lecker, hatte nur etwas anderes erwartet.
Durch reisen lernt man doch eine ganze Menge 🙂
Ich habe heute also auch wieder zwei Rezeptvarianten. Der Teig ist bei beiden gleich, aber einmal gibt es den typischen Elsässer Belag (den ich aber noch nicht ausprobiert habe) und einmal gibt es meinen Flammekuchen.
Und ja ich sagen dazu Flammekuchen, weil es eben kein typischer Flammkuchen ist, dann habe ich eben den Flammekuchen erfunden!
Also viel Spaß beim nachbacken und guten Abbo!!

Flammkuchen 2

Rezept für eine Elsässer Tarte Flambée

Zutaten für 2 Personen

Für den Teig
• 250 g Mehl
• 125 ml Wasser
• 2 EL Olivenöl
• etwas Salz

Für den Belag
• 1 Zwiebel
• Butter
• 40 cl Rahm
• Salz, Pfeffer
• Speck (gewürfelt)

Zubereitung

1 Für den Teig das Wasser, Mehl, Salz und Öl zu einem Teig verkneten.
2 Die Zwiebeln in Streifen schneiden und mit Butter in einer Pfanne dünsten und mit dem Rahm aufgießen – würzen.
3 Jetzt den Teig gaaaanz dünn ausrollen. Man sollte durchschauen können!
4 Auf den Teig das Zwiebel – Rahm Gemisch auftragen und bei 250 °C ca. 10 Minuten in den Ofen, bis die Ränder schön knusprig sind. – Fertig!

Flammkuchen 3

Rezept für einen Flammekuchen à la Kochbienchen

Zutaten für 2 Personen

Für den Teig
• 250 g Mehl
• 125 ml Wasser
• 2 EL Olivenöl
• etwas Salz

Für den Belag
• 2 Becher Crème Fraîche
• 1 Knoblauch Zehe (zerdrückt)
• viel Schnittlauch
• Pfeffer
• Speckwürfel
• 3 – 4 Schalotten
• wahlweise Pfifferlinge

Zubereitung

1 Für den Teig das Wasser, Mehl, Salz und Öl zu einem Teig verkneten.
2 Für den Belag die Crème Fraîche mit dem Knoblauch, Schnittlauch und Pfeffer verrühren.
3 Dann die Pfifferlinge und die Schalotten in kleine Stücke und Ringe schneiden.
4 Jetzt den Teig gaaaanz dünn ausrollen. Man sollte durchschauen können!
5 Jetzt nur noch die Masse und die Pfifferlinge, sowie den Speck und die Zwiebeln auf den Teig legen und im Ofen bei 250 °C ca. 10 Minuten backen lassen.