Hirse und Pilze – der letzte Versuch

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Heute gibt es mal ein vegetarisches Rezept – und auch noch eines mit Hirse, deshalb auch „der letzte Versuch“. Was es damit auf sich hat erzähle ich gleich, aber vorher möchte ich kurz etwas zur Hirse sagen – soll ja auch etwas informativ sein 😛
Die meisten kennen Hirse bestimmt als Vogelfutter. Meist hängt sie am Käfig an der eigentlichen Ähre und ein paar zwitschernde Vögelchen knabbern die kleinen, gelben, runden Kügelchen ab. Da denkt man wohl nicht gleich daran, dass Hirse schmeckt und dass man das UNBEDINGT mal essen sollte.
Der Name Hirse stammt aus dem Altgermanischen „hirsa“, „hirsi“ oder „hirso“ und bedeutet „Sättigung“ bzw. „Nährung“. In vielen Ländern auf der Welt wurde die Hirse schon sehr früh in unterschiedlichen Rezepten eingesetzt, da sie sehr reichhaltig an Mineralstoffen und Spurenelementen ist.
Insbesondere für Silicium, Eisen und Magnesium und das wirkt sich dann positiv auf Knochen, Gelenke, Haut, Haare und Nägel aus.
Wer also mit Müdigkeit zu kämpfen hat kann einfach zur Hirse greifen, denn bei Müdigkeit ist Eisen sehr wichtig – und Hirse hat sehr viel davon! Schon 100 g Hirse deckt den Tagesbedarf an Eisen.
Damit der Körper das Eisen besser aufnehmen kann ist es wichtig etwas Vitamin C dazu zu essen – da reicht schon ein Spritzer Zitronensaft!
Zusätzlich enthält Hirse kein Gluten und ist daher leicht verdaulich und auch für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit bestens.
Auf meinem Zettel (und natürlich auch im Internet) stehen alle genauen Inhaltsstoffe und noch viel mehr Informationen. Hirse ist also sehr gesund und deshalb finde ich es wichtig sie hin und wieder in den Speiseplan aufzunehmen, aber Mr. Bee ist leider nicht begeistert davon.
Er ist kein typischer Mann, der nur Fleisch möchte und nicht auf seine Gesundheit achtet, aber Hirse mag er einfach nicht so gerne 😥 Er sitzt mir dann immer gegenüber, das Hirsegericht vor ihm und schaut mich ganz traurig an, weil er viel lieber etwas anderes hätte.
Deshalb „der letzte Versuch“! Ich wollte ihn nicht länger quälen, aber zumindest noch einmal etwas anderes ausprobieren. Bei diesem Rezept dominiert die Hirse nicht das Gericht, da die Pilze einen sehr intensiven Geschmack haben und die Hirse dadurch etwas unter geht. (Aber sie ist da und trotzdem Gesund.)
Und so war es für Mr. Bee sogar auch in Ordnung!

Es ist also ein Gericht für Leute, die gerne Hirse mögen, die nicht sooo gerne Hirse essen und für Leute, die etwas Kleines für ihre Gesundheit tun wollen – ach und etwas fürs Auge ist es auch noch (in zweierlei Hinsicht). ❤

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Rezept für Hirseknödel mit Pilzen

Zutaten für ca. 12 Knödel

für die Hirseknödel
• 200 g Hirse
• 500 ml Milch
• 20 g Butter
• 20 g Petersilie
• 1 Ei
• 40 g glattes Mehl
• Muskatnuss, gerieben
• 80g Gouda, gerieben
• Salz

für die Pilze
• 500 g dunkle Champignons
• 200 g kleine Austernpilze
• 2 Schalotten
• Weißwein zum ablöschen
• 2 – 3 Zweige Thymian
• Salz und Pfeffer
• Zucker

Zubereitung

1 Hirse heiß waschen, die Milch und die Butter mit Salz aufkochen und dann die Hirse dazu. Ca. 20 Minuten zugedeckt leicht ziehen lassen – immer mal wieder rühren.
2 In der Zwischenzeit die Schalotten klein schneiden, die Pilze putzen und klein schneiden (bis auf ein paar dekorative).
3 Die Schalotten mit etwas Olivenöl, Salz und etwas Zucker langsam anschwitzen bis sie leicht braun sind. Dann die Pilze dazu (vielleicht noch etwas Öl dazu) und mitbraten, bis sie durch sind – dabei die dekorativen Pilze NICHT mit hinein geben.
4 Wenn die Hirse fertig ist muss diese etwas abkühlen, in dieser Zeit die Petersilie klein schneiden.
5 Mehl, Ei, Gewürze zur Hirse geben und alles unterrühren. Zum Schluss den Käse dazu.
6 Nun nur noch einen Topf mit Salzwasser aufstellen, kochen lassen und Knödel formen. Die Knödel ins Wasser geben und 15 -20 Min im Wasser zugedeckt ziehen lassen.
7 Die dekorativen Pilze in einer kleinen Pfanne anbraten und nun alles zusammen servieren.

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Gyoza – Teigtasche aus fernem Land

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Gyoza ist wohl nicht allen ein Begriff! Also sollte ich vielleicht erst einmal erklären, was Gyoza eigentlich sind.
Gyoza sind (wie man auf meinem Bild bestimmt sehen kann) gefüllte Teigtaschen und sie kommen aus Japan.
Gefüllte Teigtaschen gibt es überall auf der Welt – auch bei uns! Bei uns sind es Maultaschen, in Italien sind es Ravioli, in China Jiaozi und in Russland Pelmeni und so weiter. Es gibt wahrscheinlich in jedem Land Teigtaschen, die auf eine ganz bestimmte Art gefüllt werden, die typisch für das Land oder die Region ist.
Wie ihr bestimmt wisst liebe ich Teigtaschen in jeder Form und fast aus jedem Land – ob aus Italien, Deutschland, Osteuropa oder eben Asien.
Die Yaki – Gyoza heißen übersetzt „gebratenen Gyoza“, denn die japanischen und auch die chinesischen Teigtaschen können auf verschieden Arten zubereitet werden. Oft werden sie gedämpft, man kann sie aber auch frittieren oder eben braten, so wie ich es am Liebesten mache.
Dabei werden die Teigtaschen mit etwas Öl auf einer Seite angebraten, dann mit etwas Essig und Wasser abgelöscht und mit einem  Deckel so lange gegart, bis die Füllung gar ist. Dann werden sie noch etwas ohne Deckel gebraten, damit sie schön knusprig werden – fertig!
Die Füllung besteht meist aus gehacktem Schweinefleisch, Kohl, Nira (das ist chinesischer Schnittlauch), Knoblauch, Soja Sauce und Sesamöl.
Die Füllung lässt sich natürlich variieren – ist ja bei uns auch so!
Der Teig besteht aus Wasser und Mehl, der sehr dünn ausgerollt wird, gefüllt und dann auf eine ganz bestimmte Art und Weise geformt wird. Man kann diesen Teig aber schon fertig im Asialaden kaufen!
Die Gyoza werden dann eben gebraten und mit einer Sauce, die aus Sojasauce und Essig besteht, gegessen. Da ich aber kein Fan von Sojasauce bin habe ich eine Süß – Sauer – Sauce dazu gekocht und die damit gegessen. Sehr lecker!
Wenn man Gyoza im Internet sucht findet man etliche Rezepte, Bilder und Geschichten. Eine Geschichte fand ich besonders schön und deshalb muss ich die hier kurz niederschreiben.
Es geht um die Entstehung der Gyoza. Dazu gibt es viele Geschichten, aber diese eine finde ich besonders schön:
Der Legende nach existierte in China ein Kaiser, der (weil er dann angeblich ewig leben würde) 100 verschiedene Speisen am Tag essen wollte. Es wählte landesweit den besten Koch aus, der ihm 99 Gerichte kochte.
Dann fiel dem armen Koch kein weiteres mehr ein. Der Kaiser drohte ihm aber mit dem Tod, wenn er ihm keine 100 Gerichte kochen würde.
Da fiel sein Blick auf die Reste von Fleisch und Gemüse und ihm kam eine Idee. Er hackte alles klein, vermengte, würzte es und umwickelte es mit Teig. So entstanden die kleinen Teigtaschen. Der Kaiser war so begeistert, dass er zum Koch in die Küche lief (der todes Angst hatte, weil er befürchtete, dass der Kaiser damit nicht zufrieden war) und ihm sagte, dass ihm das Gericht am besten geschmeckt hat!

Nun genug mit der Geschichte und der Herkunft und kurz zum Rezept. Gyoza habe ich schon öfter gemacht, aber immer mit mäßigem Erfolg. Als deutsche möchtegern Köchin schmeckt es eben nicht, wie in Asien! Aber meine Mutter hat genug asiatische Kochbücher und genug asiatisches Kochwissen – nach mehreren Kochkursen in Asien und etlichen Urlauben mit asiatischem essen – kennst sie sich da ganz gut aus :D.
Sie gab mir ein Rezept, was mir auch wirklich sehr gut geschmeckt hat. Ein bisschen würde ich es ändern, aber das ist Geschmacksache. Mir war die Füllung etwas zu wenig intensiv. Das ist aber gewollt, denn in Japan ist die Füllung nicht so intensiv, wie in China, weil die Gyoza zum Essen eben in die Soja-Essig-Sauce getunkt werden und sonst der Geschmack zu intensiv wäre. Da ich das aber nicht gemacht habe, habe ich die Füllung etwas intensiver abgeschmeckt.
Abschließend lässt sich sagen, dass ich bei solchen Gerichten aus fremden Ländern (die mir halt so besonders gut schmecken) immer Glücklich bin, dass wir die Möglichkeit haben so viele unterschiedliche Geschmäcker zu probieren. Ich liebes es im Urlaub Gerichte zu essen, die ich von zu Hause und aus dem eigenen Land, nicht kenne.
Nur leider gibt es viele Menschen, die nicht über ihren Tellerrand hinausschauen. Und das nicht nur, wenn es ums Essen geht! Die tollsten und beliebtesten Gerichte der Welt würden wir nicht kennen, wenn man anderen Kulturen nicht offen gegenüberstehen würde. Ich bin sehr dankbar, dass mir meine Eltern die Toleranz gegenüber anderen Kulturen beigebrat haben. Ich bin sehr dankbar darüber, dass meine Mutter versucht hat authentisch international zu kochen und mir gezeigt hat, wo Gerichte her kommen und auch warum dort gegessen wird, was eben gegessen wird.
Gerade Asien ist ein Land in dem eine ganz andere Esskultur herrscht als bei uns. Und es ist nicht immer leicht zu verstehen, wieso Chinesen, Thailändern, Japaner etc. essen was sie essen. Ich denke, wer das Land und die Menschen nie kennen gelernt hat kann darüber nicht urteilen.
Wieso ich das gerade hier und jetzt schreibe? Grade in der heutigen Gesellschaft ist Toleranz ein wichtiges Thema. Ich finde Toleranz ist eines der wichtigsten Eigenschaften, die ein Mensch besitzen sollte. Wer anderen Völkern und Menschen mit Toleranz und Respekt entgegentritt leistet einen wichtigen Beitrag für die gesamte Menschheit. Und (so banal es klingt) es fängt beim Essen an, geht weiter bis Religion, Kultur etc.  ❤
Also mein Tipp reist so viel herum, wie es geht. Interessiert euch für andere Völker und Kulturen, und lasst euch von fremdem Essen verzaubern!

Damit verabschiede ich mich – schreibe euch mein Rezept noch hier auf und wünsche viel Spaß beim Verzauber! Mahlzeit!!

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Rezept für ca. 20 Gyoza

Zutaten

für die Gyoza
• 250g Schweinehackfleisch
• 6 Blätter Weißkohl
• 1/2 Bund Nira (chinesischer Schnittlauch) –> oder 2 Frühlingszwiebeln
• 2 Knoblauchzehen
• ca. 3 cm Ingwer
• 1 1/2 TL Gustin
• 1 1/2 TL japanische Sojasauce
• 3 TL Sesamöl
• 3 TL Wasser
• 1 Packung Teigblätter

für die Sauce
• 1 1/2 rote Paprika
• 2 Knoblauchzehen
• 2 – 3 Chilischoten
• 5 EL Essig
• 10 EL Zucker
• 1/4 Liter Wasser

Zubereitung

1 Für die Sauce die Paprika, die Chili und den Knoblauch pürieren.
2 1/4 Liter Wasser, Essig, Zucker und die Paprikapampe in einem Topf aufkochen und dann langsam einkochen lassen, bis einen schöne Sauce ersteht  – nicht zu sehr, denn es dickt noch beim erkalten ein.
3 Für die Gyoza das Fleisch faschieren oder ganz klein schneiden (oder eben schon faschiert kaufen).
4 Die Kohlblätter blanchieren, abschrecken und klein hacken. Den Nira und Knoblauch ebenfalls klein schneiden.
5 Das Fleisch mit der Sojasauce, dem Wasser und Sesam mischen. Dann den Rest dazu und zum Schluss mit dem Gustin mischen.
6 Jetzt die Füllung in die Teigtaschen füllen und richtig falten – dazu hier ein Video
7 Jetzt die Gyoza in einer Pfanne mit etwas neutralem Öl anbraten, dann mit Etwas Wasser und Essig ablöschen, den Deckel auf die Pfanne geben und warten bis die Teigtaschen gar sind (ca. 5 – 10 Min – man sieht es daran, dass der Teig schön glasig wird) und zum Schluss noch einmal kurz ohne Deckel braten- fertig!