Tee, Teee, Teeee und KEIN Kaffee

Wie versprochen der zweite Teil meiner Tee Serie. Nachdem ich ja mein sehr einschneidendes Tee Erlebnis hatte habe ich mich zu meinem Tee – Schrank begeben und einmal aussortiert.
Dort habe ich „Schätze“ aus dem Jahre 2003 gefunden, aber auch Tees, die ich gestern erste gekauft hatte und die einfach nicht gut sind.
Eigentlich werden Tees ja nicht schlecht, aber sie rauchen halt aus und nach einen Jahr kann man offene Tees eigentlich getrost in die Tonne befördern.
Jetzt ist mein Teeschrank etwas leere und ich werde nie mehr diese Unmengen an Tees horten, von denen ich die Meisten gar nicht trinke!
Dabei ist mir aber eines aufgefallen, eigentlich kenne ich mich gar nicht mit Tee aus. Was komisch ist, weil ich ja aus einer absoluten Tee-Trinker-Familie komme. Und nein wir sind keine Beutel-Tee-Trinker-Familie. Schon als Kind habe ich zum Frühstück den schwarzen Tee für meine Eltern aus verschiedenen schwarzen Tees gemischt. Irgendwie habe ich das wohl nie hinterfragt.
Dabei ist mir dann eine kleine Geschichte aus meiner Kindheit eingefallen, die ich hier jetzt kurz zum Besten gebe.
Es war ungefähr im Alter zwischen 14 -17 Jahren. Bei meinen Eltern gab es die Regel, dass nach dem Abendessen die Kinder ins Bett zu gehen haben und sie dann den Abend zusammen ausklingen lassen konnten. Das taten sie meist bei einem Gespräch und einem Tee. Der Tee wurde dann eigentlich immer von meinem Wahlvater gemacht. Da wurden dann die guten Tees rausgeholt, kam mir immer vor.
Dieser Tee wurde in einer kleinen Kanne aus Asien zubereitet und auf ein kleines, rundes Tablett aus Bast zum Sofa getragen. Der Tee wurde dann in kleine asiatische Tee-Schälchen geschüttet und duftete vor sich her. Es war Jasmin Tee!
Eigentlich war das dann die Zeit meiner Eltern, aber ab und zu kam ich mit einer Hiobsbotschaft zu Ihnen, die natürlich am besten am Abend besprochen werden konnte. Da störte keiner und sie waren meist gut drauf und da war die 5 in Englisch oder Mathe plötzlich gar nicht mehr so schlimm 😛
Als „Belohnung“ durfte ich manchmal einen oder zwei Schlucke Tee trinken. Das war der Beste Tee der Welt.
Vielleicht war es die Situation oder die Stimmung oder wirklich der Tee, aber ich denke nur positiv an diese Erinnerung zurück! Das es meiste Ärger wegen der schlechten Note gab und ich meistens einen ziemlich straffen Lernplan oder Nachhilfe aufgebrummt bekomme habe, hat sich irgendwie nicht in meinem Kopf verankert!
Hätte meine Eltern gewusst, dass ich diesen Tee so gerne trinke, hätte ich Ihn bestimmt auch so trinken können. Aber das war es nicht! Es war die Situation, dass einem Getränk so viel liebe geschenkt wurde.
Irgendwie habe ich das wohl vergessen.
Es geht ja auch viel schneller und ist viel günstiger ein paar Teebeutel in eine große Kanne zu hauen, heißes Wasser drauf und dann nicht mal mehr rausholen, sondern drinnen lassen! Fertig ist das kalorienarme Getränk mit Geschmack.
Aber damit ist jetzt Schluss!! Wenn man bei Kaffee so eine Wissenschaft machen kann, kann ich das bei Tee auch. Und warum sollte ich schlechte Tees trinken, wenn ich eine sooo große Auswahl an tollen Tees trinken kann – kosten sie halt ein paar Euro mehr! EGAL!
So jetzt aber mal ein paar Hintergrund Infos zum Thema Tee. Wer Tee trinkt sollte das eigentlich wissen.

Es rankt sich eine kleine Legende um den Anfang des Tees. Diese soll 2737 Jahre vor Christus geschehen sein. Zu dieser Zeit ist der chinesische Kaiser „Shen Nung“ durch seinen Garten gelaufen, in der Hand – eine Trinkschale mit heißem Wasser. Ihr fragt euch bestimmt, warum er mit heißem Wasser im Garten rumgelaufen ist. Angeblich war er ein sehr penibler Kaiser und wollt sein Wasser immer gekocht haben bevor er es trank um Keime und Bakterien abzutöten.
Doch plötzlich wehte ein Windstoß ein paar Blätter eines wild wachsenden Teebaumes in seine Schale. Der Kaiser roch den betörenden Geruch, der aus der Schale kam und kostete das Getränk. Es muss schon sehr betörend gerochen haben, dass er das Wasser mit Blättern getrunken hat und seine Abneigung gegen Keime und Bakterien vergessen bzw. überwinden konnte. Er fühlte sich sofort erfrischt und so wurde die Zubereitung des Tees entdeckt!
Ab diesem Zeitpunkt ging der Tee um die Welt, der Tee wurde als Mittel zur Steigerung der Aufmerksamkeit und Konzentration ernannt, die unterschiedlichen fermentationsgrade entstanden, der Tee mutierte vom Heilmittel zum Genussmittel, Tee wurde als Zahlungsmittel eingesetzt und nicht zu vergesse die „Boston Tea Party“.
Doch was ist Tee eigentlich? Ist Tee alles das was wir in unseren Teebeuteln finden?
Streng genommen ist nur das Tee, was aus der Teepflanze Camellia Sinensis gewonnen wird. Dort werden die ersten zwei Blätter und der oberste Trieb abgezupft („Two leawes and the bud“) und dann weiter verarbeitet.
Die weitere Verarbeitung entscheidet dann, ob es ein Grüner-, Weißer-, Schwarzer-, oder Oolong – Tee wird.
Wer sich genauer über die ganze Tee Sorten und deren Machart informieren möchte kann hier etwas rumstöbern und alles Spannende in einer Dokumentation über Tee findet ihr hier.

Die Tradition des Tees ist sehr interessant, weitreichend und wird in jedem Land anders gelebt.
Ich bin erst am Anfang mit meinen Informationen und begrenzt mit den Geschmäckern, die ich schon kenne, aber ich bilde mich weiter und lasse euch hören und lesen, wenn ich wieder etwas schlauer geworden bin.

Um es mit den Worten von Tíen Yiheng zu sagen:

„Man trinkt den Tee, um den Lärm der Welt zu vergessen.“

Damit verabschiede ich mich, genieße die verschneite Nacht und meine Tasse Tee.
Tee

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