Schupfnudeln oder die Deutsche und das Kraut

Schupfnudeln mit Sauerkraut 1

Das Kochbienchen war / ist krank. Das Kochbienchen ist eigentlich nie krank. Schon zu Schulzeiten wollte Sie lieber krank im Bett liegen als, müde und gesund im Unterricht sitzen.
Doch leider war Sie zu gesund!
Die letzten Tage war ich mal wirklich krank und es gefällt mir gar nicht. Das Schöne ist natürlich, dass man nicht arbeiten muss, aber die Freizeit genießen kann man trotzdem nicht. Alles tut einem weh, man kann nicht schlafen und man langweilt sich!
Dieser Zustand gefällt mir doch nicht so sehr. Vor allem, weil ich jetzt die Schulbank ja nicht mehr drücken muss und mir meine Arbeit einteilen kann wie ich will!
Deshalb muss jetzt etwas Gesundes auf den Tisch. Und was passt da besser als Sauerkraut?

Doch Sauerkraut ist nicht jedermanns Sache. Es hat einen sehr eigenwilligen Geruch und naja … aussehen tut es auch eher wie … naja … Kohl, der die Farbe verloren hat!
Doch Sauerkraut gibt es schon ein Zeitl. Im 18. Jahrhundert wurde es in der Seefahrt als ganzjähriger Proviant eingesetzt. Es war voller Vitamine (vor allem Vitamin C) und verhindert deshalb auch Skorbut (Vitaminmangelkrankheit). Außerdem ist es voller Milchsäure, Vitamin A, B und C, Mineralstoffen und was die Frauen freuen wird auch sehr kalorienarm – nur 19 kcal. pro 100 g.
Doch wie wird das Kraut eigentlich zum Sauerkraut? Bei mir kommt das Kraut, wie wahrscheinlich bei fast jedem aus der Büchse. Die Zubereitung ist nämlich ziemlich aufwändig und dauert mehrere Wochen.
Der Weißkohl wird gehobelt und dann zerstoßen, damit der Zellsaft austreten kann. Dann wird Salz eingemischt, das Salz konserviert und entzieht während des Gärungsprozesses dem Kohl das Wasser.
Die Gärung kann 4 bis 6 Wochen dauern. Während dieser Zeit ist es wichtig, dass keine Luft zwischen dem Kohl eingeschlossen wird, sonst fängt er an zu schimmeln. Um das zu verhindern wird das Sauerkraut kräftig gestampft und mit einem Gewicht fest gepresst.
Doch warum ist Sauerkraut DAS Gericht er Deutschen? Gut, ab und zu gab es bei uns auch Sauerkraut – aber nur weil mein Wahlvater am liebsten „Würschtl mit Kraut“ ist. Schon im zweiten Weltkrieg nannten die amerikanischen und englischen Soldaten uns Deutsche „Krauts“. Lustig, obwohl es gar nicht in Deutschland erfunden wurde. Die Chinesen haben schon viele Jahrtausende früher erkannt, dass Kohl Milchsäure beim Gären produziert. Der römische Kaiser Tiberius versorgte seine Soldaten mit Sauerkraut während seiner Feldzüge. Genau weiß man nicht, wie sich das Sauerkraut in Europa verbreitete, vielleicht waren es ja die Römer auf ihren Streifzügen 😛

Bei mir gab es zu dem gesunden Kraut selbst gemachte Schupfnudeln. Das Rezept stammt aus einem meiner Lieblingskochbücher „Österreichische Küche – Reloaded“. Der Geschmack war toll, nur habe ich sie etwas zu groß und zu dick gemacht, ich denke sie schmecken feiner, wenn sie zierlicher sind. (ist dann halt mehr Arbeit 😛 )
Wenn es schnell gehen soll kann man auch schon fertige Schupfnudeln kaufen.

Nach diesen ganzen Fakten gibt´s jetzt was zum Futtern – zumindest das Rezept !

Schupfnudeln mit Sauerkraut 2

Rezept für Schupfnudeln

Zutaten für 4 Personen

Für die Schupfnudeln
• 600 g Erdäpfel (Kartoffeln) mehlig
• 60 g flüssige Butter
• 1 Ei
• 1 Eigelb
• 80 g glattes Mehl
• 80 g griffiges Mehl
• 30 g Weizengrieß
• Salz /Pfeffer

Für das Sauerkraut
• ca. 500 g eine Büchse Sauerkraut (z.B.: Hengestenberg – Mildessa)
• 1 Scheibe Beinschinken – gewürfelt

Zubereitung

1 Zuerst mit den Schupfnudeln anfangen, dazu die Erdäpfel in der Schale kochen (entweder 15 Min im Schnellkochtopf) oder in Kochendem Wasser.
2 Den Ofen auf 120 °C vorheizen und die gekochten UNgeschälten Kartoffeln 20 Minuten ausdampfen lassen.
3 Jetzt die Kartoffel ähh Erdäpfel 😛 schälen, durch eine Kartoffelpresse pressen, mit den restlichen Zutaten vermengen und würzen. Den Teig 30 Minuten ruhen lassen.
4 Jetzt das Sauerkraut weich kochen. Entweder 10 Minuten im Schnellkochtopf oder 20 in einem normalen Topf.
5 Den Erdäpfelteig zu kleinen Schupfnudeln drehen und 10 Minuten in Kochendem Salzwasser gar kochen.
6 In der Zwischenzeit den Speck auslassen und die fertigen Schupfnudeln mit dem Speck rundherum knusprig braten. Jetzt nur noch das Sauerkraut dazu und alles gut vermischen! Fertig!

 

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